Marinko Barisic

Written by Petra Gratzer-Weninger on the 24th of October 2019

Marinko lernte ich vor zwei Jahren bei unserem kleinen feinen Event „unser Mittelburgenland is net deppat“ kennen. Er ist ein ziemlich umtriebiger Sommelier der auf vielen Veranstaltungen aber noch mehr bei den Weingütern anzutreffen ist. Als ich ihn vor einem Monat im Vestibül mit unserem neuen Partner Wagner besuchte, waren wir gleich auf einer Ebene. Wenn man Wein so intensiv lebt, spricht man anscheinend die gleiche Sprache. Das spürte ich.
Marinko serviert offene Weine aus der Magnumflasche und bespielt das Vestibül mit bekannten und unbekannten Weinen. Seine Zusage als Gastkoster der Flaschenpost-Weine freut mich sehr, da wir eine schöne Serie zeigen. Alles Weine aus kühlen Jahren, in denen die Säure ein tragendes Element ist. Weine, die sehr gut zu einem heißen Sommer passen. Prost! (Franz R. Weninger)

© Marinko Barisic

Verkostungsnotizen von Marinko Barisic

Der Wein wirkt im Glas sehr klar und hat eine kirschrote Farbe mit leichtem violetten Touch. In der Nase kommt ein Korb voller roter Beeren entgegen, schöne Kirschfrucht. Auch viel Kräuterwürze ist präsent. Der Wein wirkt sehr einladend, unheimlich charmant das Ganze! Am Gaumen tolle Frische, sehr harmonische Säure, gepaart mit Frucht und Würze. Alles ist sehr ausbalanciert und harmonisch. Ein sehr stimmiger, saftiger und präziser Wein der jetzt schon toll zum Trinken ist. Ein wahrer Schmeichler. Der Wein - leicht gekühlt - macht unheimlich Spaß im Moment und hat sicher noch Potenzial für die nächsten 2 bis 3 Jahre. Ich empfehle dazu ein Bordeaux Zalto Glas mit einer Weintemperatur von 15 bis 16 Grad.

Frisch geöffnet im Burgunderglas bei 16 Grad kommt der Wein etwas verhalten und reduktiv. Mit einem intensiven Rubinrot präsentiert sich der Wein. Ein paar Minuten später treten Sauerkirsche, Holunder, viele Kräuter und schwarze Oliven hervor. Auch viele dunkle Beeren ebnen den Weg im Glas. Am Gaumen wirkt der Wein sehr frisch, sehr trinkanimierend, auch viel Frucht kommt durch, rassige Säure, sehr kühler Mund voller würziger Tannine!
Wunderbare Pikanz, ungemein viel Frucht, alles ist sehr klar und auf den Punkt gebracht. Ungemein trinkfreudiger Wein der viel Grip zeigt. Ein Bilderbuch-Blaufränkisch mit hohem Spaßfaktor, aber auch hohem Anspruch. Kein Schmeichler, aber ein toller Wein - jetzt und in den nächsten paar Jahren. Auch wenn es ein Klischee ist werde ich es trotzdem sagen: viel Spaß im Glas. Bitte leicht gekühlt trinken.

Sehr intensive goldgelbe Farbe im Glas. Bei etwa 12 Grad gekostet. Anfangs etwas verhalten, aber nach einer gewissen Zeit kommt unheimlich viel aus dem Glas. Extrem würziger und steiniger Wein, wirkt sehr karg aber zugleich kommen einem viele exotische Früchte entgegen. Die Nase ändert sich ständig. Jetzt haben wir Quitte und zermatschte Birne im Glas, aber auch wieder viel Salz und eine ungemeine Steinigkeit begleiten den Wein. Endlich Schluck und dann kommt die Offenbarung: was für ein toller Wein, so anders und so schön, karg, präzise, salzig. Druckvoll, lange, sehr lange am Gaumen. Sehr individueller Wein. Scheut keine Vergleiche und trotzdem mit nichts zu vergleichen. Einfach grandios!!! Ein wow Wein. Unbedingt aus dem Burgunder Glas trinken.

Wenn der Zweigelt Pop Musik ist, Blaufränkisch Indi Rock, ist der Plutzer Free Jazz.

Die Flaschenpost ist unser Weinabo. Dieses sorgt für den Genuss der von uns zusammengestellten Weine, inklusive der spannenden Kostnotizen unserer Gastautoren. Unsere Flaschenpost im Sommer 2018 wurde von Marinko Barisic vorgestellt. Er ist Sommelier im Restaurant Vestibül in Wien.

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