René Kollegger
Written by Franz Weninger on the 21st of September 2025René Kolleger kenne ich schon länger über Social Media, dort ist er mir als bekennender Welschriesling-Fan aufgefallen. Bei der letzten Wöschmeisterschaft in Rust haben wir uns dann endlich persönlich getroffen. Kurz darauf haben wir ihn im Pfarrhof in St. Andrä im Sausal besucht, wo Harald Irka mit seiner Partnerin Lisa, die sich um die Gäste und Kundenbetreuung kümmert, kocht – und René die passenden Weine bringt. Direkt vor der Ernte hatten wir dort einen großartigen Abend – gutes Essen, spannende Weine, viel Gespräch.
Schon lange gehört René zu den besten Sommeliers des Landes, nach seiner Zeit im Schlosskeller Südsteiermark ist er jetzt Chefsommelier im Pfarrhof. Außerdem hat er gemeinsam mit anderen den Steirischen Sommelierverein PROFI gegründet, um Weiterbildung voranzutreiben. Und er betreibt den Podcast Einfach Trinken, wo er seine Leidenschaft für Wein unkompliziert und direkt teilt.
Verkostungsnotizen von René Kollegger
Mit goldgelber Lebensfreude fließt dieser Furmint ins Glas. In der Nase zeigt er sich zunächst leicht reduktiv, eröffnet dann aber mit feinen Noten von Mandarine, Bergamotte, nassem Kalkgestein und zarten Kamillenblüten. Am Gaumen schreitet er mit Druck und zugleich beeindruckender Eleganz voran – wie ein Puch G der auf den Berg möchte. Feiner Gerbstoff, der an weißen Tee erinnert, trifft auf eine feste Struktur, getragen von saftigem Rubinette- Apfel, einem Hauch Bienenwachs, reifer Williams-Birne und der Frische von Salzzitrone. Dieser Wein packt den Gaumen, macht unweigerlich Lust auf den nächsten Schluck und bleibt unvergesslich präsent. Eine faszinierende Interpretation der Rebsorte – voller Eleganz, Charakter und klarer Herkunft.
Leichtfüßig wie Fred Astaire schwebt dieser Wein in die Nase und entfaltet dabei ein verspieltes Aromenspiel. Feine Noten von Chioggia-Rübe, roten Ribiseln, saftiger Zwetschke und zartem Hagebuttentee. Am Gaumen zeigt er sich als Spiegelbild purer Leichtigkeit – ein graziler Körper, getragen von saftiger Weichsel, feiner Bittermandel und erneut einem Hauch Hagebutte. Unkompliziert, charmant und von natürlicher Trinkfreude beseelt, wirkt dieser Rotwein wie ein tänzerischer Begleiter für unbeschwerte Momente. Eine frische Säurestruktur und seidig gewobene Gerbstoffe geben ihm Halt und Eleganz, ohne seine Leichtfüßigkeit zu beschweren. Leicht gekühlt genossen, wird er zum idealen Partner für sonnige Terrassenstunden oder eine herzhafte Speckjause – ein Wein, der Lebensfreude ins Glas bringt.
Verspielt und feingliedrig eröffnet die Nase – verlockende Aromen von Gewürzzwetschke, saftiger Schattenmorelle und einer zarten Ledernote umschmeicheln die Sinne und bereiten den Auftakt für einen tiefgründig-eleganten Blaufränkisch. Am Gaumen zeigt er sich puristisch, getragen von einer lebendigen, leichtfüßigen Säure und feinstem Gerbstoff, die die Geschmacksknospen wachküssen. Facetten von Schwarztee, Rote Rübe, schwarzem Pfeffer und Schwarzen Ribiseln verleihen ihm Tiefe und Ernsthaftigkeit, ohne die Balance zu verlieren. In seiner Anmut so elegant wie Brigitte Bardot und zugleich mit der Festigkeit eines großen Blaufränkisch ausgestattet, offenbart er seine Herkunft des Schieferbodens, die ihm Strahlkraft und eine große Zukunft verspricht. Ein Wein, der Eleganz und Komplexität vereint – und dabei nichts von seiner trinkanimierenden Freude verliert.
Die Flaschenpost ist unser Weinabo. Dieses sorgt für den Genuss der von uns zusammengestellten Weine, inklusive der spannenden Kostnotizen unserer Gastautoren.